Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt unterscheiden sich stark voneinander, sowohl in verschiedensten äußerlichen Merkmalen als auch in genetischer Hinsicht. Diese Merkmale haben sich in den letzten 200.000 Jahren Menscheitsgeschichte herausgebildet. Die Unterschiede zwisch verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind um so größer, um so weiter sie sich historisch voneinander entfernt haben. Benachbarte Bevölkerungsgruppen haben dagegen zahlreiche Überschneidungen. Diese Tatsache bildet die Grundlage der Herkunftsanalyse.

Auch bis in kleine Bevölkerungsregionen unterscheiden sich die Gruppen in bestimmten genetischen Merkmalen und diese sind dann für die jeweilige Bevölkerungsgruppe charakteristisch. Es kann sich dabei um sichtbare merkmale wie Haar- oder, Augenfarbe handeln oder auch um Mutationen in der DNA, einzelne SNP.

Im Rahmen einer Herkunftsanalyse wird die atDNA der Testpersonen auf bevölkerungstypische oder regionale Merkmale untersucht. Danach wird das Ergebnis mit einer großen Anzahl von weiteren DNA-Testergebnissen verglichen. Dabei wählt man bestimmte Vergleichskriterien. Man vergleicht entweder mit Testergebnissen aus der Neuzeit, die man regional genau zuordnen kann, oder man nutzt Ergebnisse aus Analysen historischer DNA.

Die unterschiedlichen Anbieter von atDNA-Tests verwenden für die Herkunfsanalyse unterschiedliche Vergleichsgruppen und verschiedene Berechnungsverfahren. Zudem beziehen sie sich auf verschiedene Zeitstufen. Deshalb unterscheiden sich die Herkunftsanalysen der unterschiedlichen Anbieter und die Ergebnisse weichen voneinander ab. Eine kontinentale Zuordnung und eine regionale Zuordnung zu großen Regionen, wie z.B. Süd- oder Osteuropa und Afrika, kann nach heutigem Wissensstand mit hoher Genauigkeit erfolgen. Eine Zuordnung zu spezifischen Regionen in Mitteleuropa sind hingegen jedoch oft fehlerhaft. In der Zukunft wird man hier größeren und genaueren Referenzgruppen bessere Ergebnissen erzielen können.

Die freien Anbieter, wie z.B. Eurogenes K36 für Europa, bieten oft genauere Ergebnisse als kommerzie Anbieter (Ancestry, FTDNA, MyHeritage usw.)

Die Prozentangaben in den Herkunftsanalysen deuten nicht zwingend darauf, dass dieser Anteil der Vorfahren in den letzten Jahrhunderten aus einer bestimmten Gegend stammt. Man erhält lediglich einen Hinweis. Normalerweise zeigt diese Angabe jedoch nur die Ähnlichkeit zu Menschen aus der benannten Gegend. Ursache dafür ist die Migrationen der letzten zweitausend Jahre. Man sollte nicht nach Vorfahren aus einer bestimmten, in der Herkunftsanalyse genannten Region suchen, wenn man bisher keine Hinweise darauf hatte. Das Ergebnis der traditionellen genealogischen Forschung sollte immer Vorrang haben. In manchen Fällen kann die Herkunftsanalyse aber wichtige Hinweise geben, wenn eine Vorfahrenlinie mit Hilfe traditionellen Quellen nicht erforscht werden kann, weil z.B. keine Unterlagen überliefert sind.

Bei Testpersonen aus Mitteleuropa werden häufig hohe oder sehr hohe DNA-Anteile aus Großbritanien oder Skandinavien angegeben, obwohl die Vorfahren aus Mitteleuropas stammen. Grund für diese fehlerhaften Zuordnungen ist die eine anscheinend hohe genetische Ähnlichkeit der Bevölkerung in Nord- und Westdeutschland, Nordfrankreich, in den Benelux-Ländern, in Südengland und in Südskandinavien. Es handelt sich um die Gebiete, die zum Siedlungsgebiet der Germanen gehörten oder während der Völkerwanderung von germanischen Stämmen erobert worden sind.

Die derzeit beste Herkunftsanalyse bietet LivingDNA.


Quelle:

Informationen aus → genwiki [Stand 10.10.2017]

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